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Bundestagsabgeordnete Nina Hauer besuchte MBA in Echzell-Grund Schwalheim/Gesetzesnovelle und Mindestlohn

Abfallentsorgung wird Rohstoffgewinnung

17.09.2009 - Bereits vor einigen Jahren hatte die Abgeordnete Nina Hauer (SPD) der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) Echzell-Grund Schwalheim einen Besuch abgestattet. Damals befand sich die Anlage noch im Rohbau. „Seitdem ist viel passiert“, erklärte ihr Kurt Schäfer, Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Wetterau, der Nina Hauer, den zuständigen Kreisdezernenten Bardo Bayer, Bürgermeister Dieter Müller und weitere Vertreter der SPD Echzell in der Anlage willkommen hieß.

Nicht nur die Anlage selbst hat einige Änderungen erfahren: Abfall werde als Rohstoff gehandelt, „beim Altpapier gibt es größere Schwankungen als beim Rohöl“, so Schäfer. „Der Wetteraukreis hat reagiert und in den vergangenen zehn Jahren deutlich in den Standort investiert.“ Mit 10 Millionen Euro, die in die Anlage flossen, sei der Startschuss für eine eigene Handlungsfähigkeit des Kreises bei der Entsorgung gegeben worden. Zur Wetterauer Entsorgung gehört auch das Humus- und Erdenwerk in Ilbenstadt, das im Jahr 2007 eine Vergärungsstufe erhalten hat. „Damit produzieren wir Strom für 4.500 Menschen“, so Schäfer.

In Grund Schwalheim trennt die Anlage Stoffe mit hohem Heizwert von Stoffen mit schlechteren Brenneigenschaften. Vor zwei Jahren wurde hier der Recyclinghof geschaffen, in dem Bürgerinnen und Bürger Altreifen, Grünabfall, Metall, Elektroschrott, Asbest und mehr kostenfrei oder gegen ein geringes Entgelt entsorgen können.

„Wir trennen hier, um Vergütungen nach dem Erneuerbaren Energien-Gesetz und Biomasse zu erhalten“, so Schäfer. Die Kreise müssten aufpassen, dass sie nicht nur die kostenintensiven Abfallsorten erhalten, während sich freie Unternehmer die Rosinen aus dem Kuchen pickten. „Bei Kursverfällen kann es schnell dazu kommen, dass freie Unternehmer die Aufträge nur noch halbherzig ausführen und die Kommunen dann wieder herhalten müssen“, warnt Schäfer. Er wirbt deswegen auch dafür, einen regionalen Entsorgungskreislauf in den Dualen Systemen zu schaffen, anstatt einzelne Sorten über weite Strecken zur Weiterverarbeitung zu fahren. Die Getrenntsammlung müsse regionalen Anforderungen entsprechen, „sie muss aber verlässlich sein und nicht wechselnden Zuständigkeiten unterliegen.“

Eine Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sei durch EU-Anforderungen notwendig geworden, sagte Schäfer an die Adresse der Bundestagsabgeordneten. Bardo Bayer fügte hinzu: „Dabei müssen Verwässerungen aufgehoben werden. Private sollen auch weiter Aufträge erhalten, diese sollen aber nicht nur die gewinnträchtigen Müllsorten betreffen.“

Nina Hauer erklärte dazu: „Es war für mich sehr interessant, zu erfahren, wie sehr sich der Markt in den vergangenen zehn Jahren gewandelt hat. Abfallentsorgung hat sich zur Rohstoffgewinnung entwickelt. Das schont Ressourcen und macht Rohstoffe nutzbar, an denen auf dem Weltmarkt in einigen Jahren Mangel entstehen wird. Schon deshalb muss die öffentliche Hand immer den Zugriff auf die Abfallentsorgung haben. Das nehme ich auch für die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes mit.“

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