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Manuela Schwesig und Bundestagsabgeordnete Nina Hauer besuchten Kinderbetreuungsprojekte in Friedberg und Wölfersheim

„Wir wollen gute Betreuung für alle Kinder“

18.09.2009 - Noch viel Arbeit hat der Wölfersheimer Bürgermeister Rouven Kötter vor sich, um ein Projekt zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren zum Ende zu bringen. Gemeinsam mit Manuela Schwesig, die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, die im Kompetenzteam von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier für das Ressort Familie zuständig ist, und der Wetterauer Bundestagsabgeordneten Nina Hauer (SPD) startete er eine Besichtigung vor Ort. „Ich freue mich über die weitere Unterstützung aus Berlin“, sagte Nina Hauer.

Die Gemeinde Wölfersheim hat 2008 das Anwesen Hauptstraße 49 (Hof Höflich) erworben. Ab Sommer 2008 wurden Gespräche mit dem Eltern‐Kind‐Verein (EKV) geführt, um eine mögliche Kooperation bei der Kleinkindbetreuung auszuloten. Der EKV wird im Auftrag der Gemeinde Wölfersheim die Trägerschaft für die neue Betreuungseinrichtung für Kleinkinder von eins bis drei Jahren übernehmen. Die Gemeinde unterstützt den EKV mit einem Betriebskostenzuschuss und durch Überlassung der Räumlichkeiten. „Gerade befinden wir uns in der Phase der Entkernung“, so Kötter. Geplant ist, die Kinder des Kindergartenjahres 2011/2012 hier unterzubringen.

Vorgesehen ist eine maximale Belegung mit 40 Kindern. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Fachwerkgebäude  aus dem 18. Jahrhundert. Vom Denkmalschutz habe die Gemeinde mehr Hemmung als Förderung erfahren. „Aber das Projekt in direkter Nachbarschaft zum Weißen Turm steht auf Nummer eins unserer Liste zum Konjunkturprogramm“, so Kötter. Dem EKV räumt die Verwaltung freie Hand bei der weiteren Konzeption ein. Laut Kötter angedacht ist etwa ein Café für Eltern und Großeltern, so dass ein Generationenhaus entstehen kann.

Beeindruckt war die designierte Familienministerin in Friedberg: Im Verwaltungsgebäude der ehemaligen Zuckerfabrik besteht seit September 1996 die „Kinderburg  am Rübenberg“. „Dies ist die erste Kindereinrichtung der Stadt, in der wir Kinder unter drei Jahren untergebracht haben“, erklärte Bürgermeister Michael Keller.  Das Haus hat drei Etagen und diverse Kellerräume. Das große Außengelände stellt mit Hügeln und Büschen eine abwechslungsreiche Spielfläche dar.

In der Kindertagesstätte gibt es aktuell drei Gruppen mit je 25 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren, eine Krippengruppe mit zwölf Kindern im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren und eine altersübergreifende Gruppe von drei Jahren bis Ende der Grundschulzeit mit 20 Kindern. „Der Tagesablauf ist nach den Bedürfnissen der Kinder ausgelegt. Das Angebot geht von Freispielzeit mit angeleiteten Aktionen über gemeinsame Aktivitäten in der Gruppe und altersspezifischen Angeboten bis hin zu Bewegung im Freien bei jedem Wetter. Selbstverständlich sind auch verschiedene geregelte Abholzeiten“, erläutert die stellvertretende Leiterin Ellen Dieckmann. Vor gut zwei Jahren hat der Kindergarten von einer geschlossenen Gruppenbetreuung auf Funktionsräume mit freier Gruppenwahl umgestellt. „Das klappt auch sehr gut“, schildert Dieckmann.

Beide Bürgermeister erläuterten, dass ihre Kommunen bei der Finanzierung des Personalbedarfs von der Landesregierung im Stich gelassen würden. Manuela Schwesig erinnerte an ihre Heimat Mecklenburg-Vorpommern: „Obwohl das Land im Vergleich mit Hessen sehr arm ist, haben wir bei unter Dreijährigen jetzt eine Betreuungsrate von 46 Prozent. Und wir erhöhen die Landesmittel noch einmal um 15 Prozent. Es kommt eben auch darauf an, welche Bereichen mit ausreichend Haushaltsmitteln versorgt werden. Hessen hätte dazu in finanzstarken Zeiten genug Gelegenheit gehabt und hinkt nun hinterher.“

Sie plädierte auch dafür, dass Geld in Sprachförderung und die Entwicklung motorischer Fähigkeiten gesteckt werden muss. „Wir haben bei Kindern aller sozialer Schichten und Nationalitäten die gleichen Probleme festgestellt. Stecken wir jetzt mehr Geld in die frühkindliche Betreuung, sparen wir später umso mehr ein, um Defizite ausgleichen zu müssen. Wer jetzt Steuersenkungen verspricht, macht nur eine gewisse Klientel reicher. Leiden müssen darunter die Kinder, die eine bessere Betreuung verdient haben.“ Eine adäquate Kinderbetreuung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Es bringt nichts, wenn man die sogenannte Herdprämie für Mütter einführt, die ihre Kinder nicht in eine Betreuungseinrichtung geben wollen. Ich will allen Kindern gleiche Chancen einräumen. Und dazu müssen wir auch den Personalschlüssel anheben, um eine fachgerechte Betreuung zu ermöglichen.“, so Schwesig.

Nina Hauer lobte die politischen Vorstellungen Schwesigs: „Sie wird eine tolle Familienministerin, weil sie die vorhandenen Kinder in den Mittelpunkt stellt und nicht nur über die Geburtenrate sinniert wie die jetzige Bundesfamilienministerin.“ Im Gegenzug für den obligatorischen Wetterauer Wurstkorb aus den Händen Nina Hauers versprach Schwesig, spätestens wiederzukommen, wenn die Wölfersheimer Einrichtung ihren Betrieb eröffnet hat.

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